Montag, Februar 05, 2007

Beziehungen

Woran liegt es eigentlich, dass die Scheidungsquote in der eigenen aber auch in unserer Eltern-Generation so explodiert ist?
Sind wir einfach selbstbewußter und mutiger als beispielsweise unsere Großeltern? Ist es wichtig, dass man sein Leben ganz bewußt und intensiv genießen - halt leben - kann und nicht um der Kinder willen, wegen des Eigentums und schon gar nicht aus Vernunftgründen seine Gefühle hinten anstellen möchte? Wenn es so ist, ist es verwerflich und egoistisch oder ist es stolz und ehrlich? Oder aber sind wir einfach zu oberflächlich und haben nicht den Mumm, zu kämpfen und sagen wir mit viel zu großer Leichtigkeit "Auf Wiedersehen"?
Sind unsere Großeltern im Umkehrschluss also einfach aus Zwang und Vernunft beieinander geblieben oder haben sie sich zu ihrer glücklichen Zweisamkeit immer wieder durchgekämpft und gemeinsam die Ärmel hochgekrempelt?

6 Comments:

Anonymous Phil said...

Letzteres:
Früher war Familie noch was anderes. Da fand man sich und ging durch dick und dünn, war füreinander da. Durchstand auch ziemlich schwere Zeiten, in denen man einfach zusamenhalten musste und das schweißt zusammen.

10:35 nachm.

 
Anonymous briefeschreiber (ww_ch) said...

man lebt die dinge heute viel offener aus und deswegen gibt es innerfamiliär viel mehr direkte reibungspunkte.

wer sich scheiden lässt, wird heutzutage auch nicht mehr aus der gesellschaft ausgestossen und/oder gebranntmarkt.

bei den daraus erfolgten erziehungsopfern ist es dann so, dass sie auf der einen seite einen starken drang nach bindung und geborgenheit haben... auf der anderen seite aber nicht mehr kompromissfähig erzogen wurden...

die folge sind chaosbeziehungen. schnelle bindungen mit ebenso schnellem ende und ab nem gewissen alter regelrechter heiratszwang aus der angst heraus es wird nix mehr.

das kann nicht gut gehen. dass wir nun vergreisen, sprich kaum noch kinder gebähren, ist nur eine folge dessen...

und wenn es dann mal kinder gibt, dann kennen diese kaum noch werte da sie niemals nöte hatten (außer obige, welche nicht als solche erkannt werden).

2:08 nachm.

 
Blogger Mimi said...

@ phil: Ja, die Frage ist nur, ob man eben freiwillig durch dick und dünn gegangen ist oder nur, weil man eh keine Alternative hatte....
@ briefeschreiber: Also sind Scheidungskinder bei dir Erziehungsopfer oder wie meinst du das genau? Hm, also meinst du, man sollte die Dinge heute nicht mehr offen ausleben? Und du siehst es negativ, dass man heut nicht mehr durch die Gesellschaft verurteilt wird, wenn man sich scheiden lässt?

9:30 nachm.

 
Anonymous briefeschreiber said...

nö... ich glaube eigentlich nur, dass die gesellschaft nicht so schnell wandlungsfähig ist wie sie sich gewandelt hat... sie also nicht mit ihrer jetzigen situation umgehen kann.

es ist doch immer das gleiche, seit jahrtausenden. der mensch ist nicht in der lage veranwortungsbewußt mit den gegebenen freiheiten und resourcen umzugehen.

es wundern sich dann nur immer alle darüber, wie es denn hat soweit kommen können.

10:34 vorm.

 
Blogger daniela said...

Ich denke mal, dass es dafür keine allumfassende Erklärung gibt.

Natürlich gibt es Menschen, die es sich jetzt viel einfacher machen können und einfach bei den ersten Schwierigkeiten den Brocken hinwerfen und sich scheiden lassen. Stört ja keinen.

Aber es gibt bestimmt auch eine Menge Leute (vor allem Frauen), für die eine Scheidung eine Befreiung ist, der Weg in ein selbstbestimmtes Leben, dass ihnen vorher nicht möglich war.

Das Ganze ist aber auch noch ein wenig "ortsabhängig" - als ich noch in Düsseldorf lebte, waren geschiedene Eltern ganz normal (wenn auch nicht sooo häufig), als wir in eine SH-Kleinstadt zogen, war das Erstaunen über meine getrennt lebenden Eltern - die übrigens 5 Jahre später wieder zusammenkamen! - schon vergleichsweise groß.

4:14 nachm.

 
Blogger daniela said...

Nachtrag zum schmunzeln:

Meine Mam hat ihre Praxis in dem Therapiezentrum, wo ich auch abends mal arbeite. Da ich ihr Auto habe, holt mein Vater sie jeden Abend ab. Meine 17jährige Kollegin fragte mich letztens: "Sag mal,der Mann, der deine Mutter immer abholt, ist das ihr Lebensgefährte?"

Ich habe erst fragend geguckt, und dann darauf hingewiesen, dass er auch noch - sozusagen in Personalunion - mein Papi sei.

*ggg*

Das Verständnis von Ehemann/Lebengefährte etc. ist anscheinend eine halbe Generation drunter noch entspannter ....

4:16 nachm.

 

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