Samstag, August 19, 2006

Von Warzen, Mülleimern und Rücken

Herrlich, da ist es wieder passiert. Ich wollte mich gestern Abend nur zum Mülleimer runterbeugen (habt ihr ne Ahnung, wie oft ich diesen heute schon verflucht hab?). Und da kam dreisterweise so ein Biest mit dicker Warze und Hakennase auf nem Besen dahergeritten und hat mal kräftig geschossen - schön in die Bandscheibe. Jetzt lieg ich hier auf der Couch und kann kaum laufen. Der Arzt unseres Vertrauens war schon hier und hat mich mit "tuts hier weh" ordentlich gequält (mal ehrlich, bei Ärzten und Physiotherapeuten muss doch irgendwie "sadistisch veranlagt" im Anforderungsprofil stehen!) - ganz zu schweigen von der Mördernadel an der Spritze, die bis zum Anschlag in mir verschwand. Tja, Dienstag gehts zum Kernspinth und krank geschrieben bin ich jetzt auch erst mal. Auch das noch, wo ich im letzten Jahr bereits 2 Wochen mit meinem Rücken krank gefeiert habe (warum heißt es eigentlich "krank feiern"? wer feiert denn da, hm?). Kommt nicht gut und mein schlechtes Gewissen nagt schon fleißig an mir - aber da ich keine 5 min sitzen kann, macht das wohl herrlich wenig Sinn?! Nun denn, geht die ganze Prozedur mit Physiotherapie wieder von vorne los... wenn mir diese Warzentante und der dreiste kleine blaue Mülleimer unter die Augen kommen...

4 Comments:

Blogger F said...

Das Wort krankfeiern taucht um 1900 erstmals auf. In alten Wörterbüchern, wie etwa
dem der Brüder Grimm, sucht man es vergebens. Es ist eine umgangssprachliche Wendung, zusammengesetzt aus krank im heute noch üblichen Wortsinn, den dieses Wort erst gegen 1700 angenommen hat, vorher sagte man meist siech. Das Feiern ist althochdeutschen und ursprünglich mittellateinischen Ursprungs und wird im Deutschen Wörterbuch von Wahrig in einer zweiten Bedeutung folgendermaßen erklärt:
"feiern, intransitives Verb, ausruhen, die Arbeit ruhen lassen, nicht arbeiten, eine Feierschicht einlegen".
Welche Bedeutung allerdings ein Sprecher dem Wort beimisst, erschließt sich nur aus dem Zusammenhang. Gemeint sein kann ebenso, dass eine ernsthafte Erkrankung vorgetäuscht wird, wie auch, dass jemand ernsthaft krank ist und deshalb nicht arbeiten kann. Bei der Benutzung gibt es also soziale und landsmannschaftliche Unterschiede, ähnlich wie beim verwandten "krankmachen". Also: Vorsicht ist angesagt, wenn man über jemanden sagen will, er feiere oder mache krank.

12:58 nachm.

 
Blogger Mimi said...

Wow, f, merci für's recherchieren. Gute Voraussetzungen für's eigene Buch:-) Abgesehen von der Definition ist "krankfeieren" prinzipiell negativ behaftet..hast du schon recht.

1:31 nachm.

 
Anonymous WAZsolls said...

Ich wünsche der Kollegin auf diesem Wege gute Besserung und immer ein stabiles Rückgrat. Nicht ärgern! WAZsolls

9:19 nachm.

 
Blogger Mimi said...

Lieben Dank an den Kollegen!

9:46 nachm.

 

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